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Chronik

Der Bau von Kinderhort, Kirche und Gemeindezentrum

Der Bau des Kinderhortes als 1. Bauabschnitt 1979 - 1982

Bevor das Erzbischöfliche Ordinariat endgültig den Bauentwurf für den Kinderhort, den die Architekten Grün und Cokbudak ausgearbeitet hatten, akzeptierte, beauftragte es Herrn Architekt Frieser aus Nürnberg mit der Begutachtung dieses Entwurfs. Er kam am 14. März 1979 zu dem positiven Ergebnis: „Der Kinderhort stellt eine ansprechende und gut gegliederte Gesamtlösung dar.“

Die Ausarbeitung von detaillierten Bauplänen durch die Architekten verzögerte sich jedoch, da zuvor noch ein Architektenvertrag abgefasst werden musste, der Probleme bereitete. Erst Ende des Jahres 1979 kam es zu einer Einigung. Auch die Verhandlungen bezüglich der benötigten Grundstücke zogen sich hin.

Im März 1980 legten die Architekten ihre Entwurfspläne vor, denen die folgende Baubeschreibung zugrunde lag:

Der Kinderhort ist organisatorisch vollkommen selbständig im Westen des Gemeindezentrums angeordnet und … baumassenmäßig in die Baugruppe des Kath. Gemeindezentrums integriert … und ordnet sich mit den übrigen Baukörpern als niedriges Gebäude um den dominierenden Kirchenraum. Der Kinderhort ist so organisiert, daß die Raumgruppe Mehrzweckraum und Bastelraum am Eingang zusammengefaßt ist und vom übrigen Kinderhort bei entsprechenden Veranstaltungen so abgetrennt werden kann, dass eine Behinderung der Horträume vermieden wird.

Die Räume der drei Hortgruppen sind jeweils in eigenen „Häusern“ zusammengefasst, was auch in der Baumasse klar zum Ausdruck kommt. Jeder zusammenhängende Funktionsbereich des Kinderhorts ist unter einem eigenen Dach zusammengefasst. Die mit einem Flachdach abgedeckten Verkehrsflächen binden die einzelnen Dächer zusammen.

Das Kath. Gemeindezentrum ist zwischen Kinderhort und Kirche über eine gärtnerisch gestaltete Zone fußläufig durchlässig.

Im Juni 1980 waren die Pläne der Architekten von den zuständigen Stellen genehmigt und Ausführungsplanung und Vergabe der Gewerke sollten beginnen.

Kaum war diese Klippe umschifft, da sorgte ein Bodengutachten für neuen Wirbel. Im gesamten Erdgeschoss musste ein Bodenaustausch von durchschnittlich 1,50 m Höhe vorgenommen werden. Damit stand man vor der Entscheidung, ob das ganze Kellergeschoss ausgebaut werden sollte, was Mehrkosten zur Folge gehabt hätte. Das Argument, durch den Ausbau weitere Jugendräume zu gewinnen, überzeugte schließlich sowohl die Erzbischöfliche Finanzkammer als auch die Stadt Erlangen.

Aufgrund all dieser Verzögerungen kam es erst im März 1981 zu den ersehnten Baugenehmigungen durch Bamberg, die Stadt Erlangen und den Bezirk Mittelfranken.

Glücklicherweise war inzwischen die Finanzierung dieses 1. Bauabschnitts in trockenen Tüchern. Im Klartext hieß das, dass von den Bau- und Einrichtungskosten 40 % von der Stadt Erlangen getragen wurden, was dem damaligen Satz für Kindergärten entsprach. 35 % wollte die Erzbischöfliche Finanzkammer übernehmen und den Rest von 25 % die Regierung von Mittelfranken. An den Grundstückskosten beteiligte sich die Stadt Erlangen ebenfalls mit 40 %, die verbleibenden 60 % wurden von Bamberg bezahlt.

Nun kam ein Berg von Arbeit und Entscheidungen auf die Kirchenverwaltung St. Xystus als Bauherrin und auf die Hauptamtlichen der Gemeinde Büchenbach-Nord zu. Unterstützt wurden sie dabei von dem seit Februar 1979 bestehenden Bauausschuss. Dieses Gremium sollte beratend den Bau des Hortes begleiten. Ihm hatte die Kirchenverwaltung St. Xystus ihre Rechte als Trägerin der Baumaßnahme übertragen, jedoch mit der Einschränkung: „Eine Entscheidung hinsichtlich der Baumaßnahme bleibt dann der Kirchenverwaltung St. Xystus vorbehalten, wenn es von einem im Bauausschuß vertretenen Mitglied der Kirchenverwaltung ausdrücklich verlangt wird.“

Ende März 1981 konnte die Vergabe der Rohbauarbeiten erfolgen, im April wurde mit dem Abtragen des Humus begonnen, Anfang Mai wurde vermessen und die Baustelle eingerichtet. Man hoffte, dass in der 2. oder 3. Maiwoche mit dem Kelleraushub angefangen werden konnte, sodass in der 4. Maiwoche die Fundamente für den Keller gelegt und bis Ende August die übrigen Fundamente gegossen sein würden. Ab Mitte Juli könnten dann die Maurerarbeiten am Keller beginnen und der Rohbau bis Ende Oktober fertig sein.

Der erste Spatenstich, das sog. „Baubeginns-Festla“, wurde am 21. Mai 1981 von ca. 500 Neu-Büchenbachern gefeiert. In den IMPULSEN war darüber zu lesen:

Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung feierten mehrere Hundert Bewohner unseres Stadtteils den ersten Spatenstich als offiziellen Baubeginn des Kinderhortes.

Nach kurzen Grußworten von Pfarrer Nüßlein, Frau Bürgermeisterin Rechtenbacher, als Vertreterin der Stadt Erlangen, und Kaplan Wittwer wurde von einem Jungen aus der Nachbarschaft unter Anleitung von Frau Kiesewetter diese symbolische Handlung durchgeführt. Begleitet von schmissiger Blasmusik der Kolpingkapelle stärkten sich danach alle bei einer Brotzeit. Die angebotenen Würstchen, Semmeln, Salzstangen und Getränke schmeckten in der frischen Luft vorzüglich. Bunte Luftballons setzten lustige Farbtupfer auf das ganze Bild und die Humushaufen rund um die Baugrube wurden von den Kindern bald als Spielgelegenheit benützt.

Die Bauarbeiten am Kinderhort liefen nun planmäßig. Am 5. November 1981 wurde zusammen mit den Leuten vom Bau sowie den Bewohnern des Stadtteils das Richtfest gefeiert. Wieder spielte die Kolping-Blaskapelle und für Jung und Alt gab es kleine Überraschungen. Vor allem die Kinder sollten dabei Spaß haben und in Gummistiefeln und mit Taschenlampen bewaffnet den Hort erkunden.

Im Herbst und Winter begann der Innenausbau. Nun hatte die Bauherrin, die Kirchenverwaltung St. Xystus, wieder eine Menge wichtiger Entscheidungen zu treffen. Auch hierbei war der Bauausschuss, dem nun auch Architekt Cokbudak, Bauleiter Grzybienski sowie Landschaftsgestalter Stadelmann angehörten, eine große Hilfe. Was musste da nicht alles entschieden werden: Heizung und Belüftung, Sanitär-, Stark- und Schwachstrominstallation, Flaschner-, Dachdecker- und Zimmermannsarbeiten, Estrich-, Fliesen-, Stuck- und Malerarbeiten, Bodenbeläge, Schreinerarbeiten, die ganze Innenausstattung und Vieles mehr.

Ein besonderes Problem ergab sich bei dem Thema Heizung. Das Ingenieurbüro hatte eine einzige Heizzentrale für den Kinderhort, die Kirche, die Gemeinderäume und das Hausmeisterhaus vorgeschlagen, was auch von Bamberg befürwortet worden war. Dieser Heizungskeller sollte jedoch nicht im Kellergeschoss des Kinderhorts liegen, sondern im Keller des noch zu bauenden Gemeindezentrums. Also war es notwendig, noch vor Wintereinbruch einen frostsicheren, vorläufig isoliert liegenden Heizungskeller auf dem Gelände des Gemeindezentrums zu bauen, sodass die Heizung für den Kinderhort termingerecht installiert werden konnte.

Für den Außenbereich, d. h. den im Freien gelegenen Spielbereich des Hortes, entschied man sich für einen Sportplatz mit Allwetterbelag und hohen Fangzäunen, einen Wasserspielhügel und einen großen Sandkasten. Die ursprünglich geplanten Tischtennisplatten wurden zugunsten eines überdachten Freisitzes für jede Gruppe aufgegeben. Obstbäume sollten gepflanzt und ein kleiner Garten angelegt werden. All diese Außenanlagen wurden allerdings zum Teil erst 1983 fertiggestellt.

Der Hort selbst musste bis zum 1. September 1982 bezugsfertig sein. Er sollte von 6:45 bis 17:00 Uhr geöffnet sein und drei Gruppen zu maximal je 25 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren aufnehmen. Der Monatsbeitrag für einen Hortplatz betrug DM 90,- zuzüglich DM 2,50 pro Mittagessen. Jede Gruppe sollte von einer Erzieherin und einer Berufspraktikantin geführt werden. Die Gesamtleitung übertrug die Kirchenverwaltung St. Xystus Frau Melia Schreck-Deinlein.

In einem Sonderblatt der IMPULSE vom Juni 1982 wurden die Bewohner von Büchenbach-Nord darüber informiert:

Der Kinderhort steht jedem Kind offen, gleich welcher Konfession, Nationalität oder Herkunft und bietet seine Hilfe Kindern und Eltern an, wo diese gewünscht wird. Das Kind, das nach anstrengendem Schulbesuch nicht gleich nach Hause kommt, soll im Hort keine verlängerte Schule und kein Paukstudio vorfinden, sondern eine familienähnliche Atmosphäre, in der es sich wohlfühlen kann. … Wir verstehen den Hort nicht als Aufbewahrungsort, den man nur in Notfällen in Anspruch nimmt.

Auf dem Bild sieht man die „allerersten“ Kinder und ihre Erzieher. Sie hatten allen Grund zum Lachen, denn das Bauwerk war wirklich gut gelungen. Ein ganz großes „Vergelt´s Gott“ deshalb den Geldgebern, Frau Gemeindereferentin Kiesewetter, der damaligen Kirchenverwaltung von St. Xystus, dem Bauausschuss, den Architekten, dem Bauleiter, den verschiedenen Handwerkern, dem Landschaftsgestalter sowie allen, die mit Hand angelegt haben.