Die Pfarrgemeinde „Zu den Heiligen Aposteln“ wurde 1977 als Filialgemeinde der Pfarrei St. Xystus in Erlangen - Büchenbach gegründet und hat damit eine altehrwürdige, über tausend Jahre alte Mutterkirche.
Die erste Erwähnung einer Kirche in Büchenbach findet sich in einer Urkunde von Kaiser Otto III., als er im Jahre 997 Kirche (ecclesia) und Mark Büchenbach (marca buochinebah) dem Domstift St. Stephan in Mainz übertrug. Diese „vorbambergische“ Kirche und das dazu gehörige Land, die Mark Büchenbach, wurden elf Jahre später von Kaiser Heinrich II. mittels Tausch wieder in kaiserlichen Besitz gebracht, und im Jahre 1008 dem neu gegründeten Bistum Bamberg als Ausstattungsgut geschenkt. Damit gelangten Büchenbach und seine umliegenden Dörfer in den Besitz des Hochstifts Bamberg, also unter geistliche Herrschaft, und sie sollten fortan mit ihren Naturalabgaben dazu beitragen, den Lebensunterhalt der Bamberger Bistumsleitung, d. h. der Domherren des Domstifts, sicherzustellen. Der Dompropst als Verwalter des domstiftlichen Vermögens wurde Grund- und zugleich Kirchenherr der Büchenbacher Bauern.
Die Kirche in Büchenbach war damit zu einer Eigenkirche von Domstift und Dompropst geworden. Bald bestimmte ein sog. Oberpfarrer, der stets ein Mitglied des Domkapitels sein musste, das kirchliche Leben im Dorf. Für diese Oberpfarrer bedeutete Büchenbach jedoch hauptsächlich nur eine Pfründe, die seelsorglichen Pflichten vor Ort übertrugen sie Pfarrverwesern, denen ein kleiner Besoldungshof zur Verfügung stand.
Im Laufe der Zeit gewann die Pfarrei Büchenbach an Bedeutung, denn sie war zu einer Urpfarrei geworden, von der aus Filialkirchen gegründet und betreut wurden. Im 14. Jahrhundert besaß sie 30 Tochterkirchen. Dann erfolgte schrittweise deren Ausgliederung und Selbstständigwerdung, bis der Sprengel der Pfarrei im 16. Jahrhundert auf Büchenbach, Alterlangen, Kosbach, Häusling, Steudach und die Neumühle zusammengeschrumpft war.
Im Bereich der innerkirchlichen Organisation bestand von Anfang an eine gewisse Diskrepanz, denn die Pfarrei Büchenbach lag trotz der territorialen Zugehörigkeit zum Hochstift Bamberg und trotz des bambergischen Eigenkirchenherrn bis zum Jahre 1808 im Gebiet der Diözese Würzburg. Außergewöhnlich ist auch das Patrozinium der Kirche: St. Xystus (griechisch) oder St. Sixtus (lateinisch). Dieser relativ unbekannte Heilige war in der Mitte des 3. Jahrhunderts Papst in Rom gewesen und hatte zusammen mit dem hl. Laurentius unter dem römischen Kaiser Valerius den Märtyrertod erlitten. Er wird zum ersten Mal in einer päpstlichen Urkunde des Jahres 1476 als Kirchenpatron von Büchenbach erwähnt.
Am Ausgang des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit hatte die Pfarrei schwere Zeiten zu überstehen:
In dieser schlimmen Zeit muss jedoch die Volksfrömmigkeit sehr groß gewesen sein, denn zahlreiche spätgotische Holzskulpturen im Innern und ein steinerner Ölberg links vom Eingang schmückten die Kirche.
Nach dem großen Krieg erholte sich das Dorf innerhalb weniger Jahrzehnte. Der wirtschaftliche Aufschwung lässt sich auch an der Kirche St. Xystus selbst erkennen. Das Gotteshaus wurde nämlich im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts im neuen Stil des Barock umgestaltet. 1726 schuf der Tessiner Stuckateur Donato Polli die wunderschöne Decke des Langhauses.
Auch innerkirchlich erfuhr die Pfarrei Büchenbach eine gewisse Aufwertung. Im 18. Jahrhundert wurde ihr die Seelsorge für all die Katholiken übertragen, die – in überschaubarer Zahl – jenseits der Regnitz im protestantischen Erlangen, Bruck, Kleinseebach, Möhrendorf und Oberndorf wohnen durften. Diese „Expansionsperiode“ endete allerdings schon 1785, als Markgraf Alexander die Gründung einer katholischen Gemeinde in Erlangen zuließ und im Jahre 1813 das bayerische Toleranzedikt in Kraft trat.
Das 19. Jahrhundert brachte große Veränderungen. Das Hochstift Bamberg wurde aufgelöst und säkularisiert. Für die Pfarrei St. Xystus bedeutete dies, dass Pfründe und Position des Oberpfarrers wegfielen, der Pfarrer von der Regierung des neuen Landesherrn, dem bayerischen König, besoldet wurde und kirchenrechtlich nun dem Bischof von Bamberg unterstellt war. Die Grundstücke des ehemaligen Pfarrverweserhofes blieben allerdings der Pfarrei erhalten.
Büchenbach verlor jedoch im 19. Jahrhundert noch keineswegs den Charakter eines katholischen Pfarrdorfes. Es konnten sich „tradiertes katholisches Denken und Wertesystem unangefochten halten“. Die nun im Dorf wohnenden Protestanten bildeten eine Minderheit und blieben es bis weit in die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Was sich jedoch ab 1900 änderte, war die soziologische Struktur der Bevölkerung. Den konservativen bäuerlichen Schichten stand bald eine selbstbewusste Arbeiterschicht gegenüber, die in einen „intensiven Kontakt mit städtischen Lebens- und Denkweisen“ gekommen war, was zu einer „zurückgehenden Kirchlichkeit“ führte. Verstärkt wurde dieser Trend durch die Eingemeindung des Dorfes Büchenbach in die Stadt Erlangen im Jahre 1923.
Ab 1932 wurde der Sprengel der Pfarrei St. Xystus wieder erweitert. Auf dem ehemaligen Büchenbacher Mühlanger entstand die Stadtrandsiedlung. Die Zahl der Katholiken in Büchenbach begann nach dem Ende des 2. Weltkrieges schnell zu steigen, denn Vertriebene ließen sich hier nieder. Als auch in Frauenaurach der Anteil der Katholiken wuchs, beschloss das Erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg die Gründung einer Kirchengemeinde. 1968/69 wurde das Gotteshaus St. Albertus Magnus gebaut und damit erhielt die Pfarrei Büchenbach eine große Filialgemeinde, die seelsorgerisch bis heute von ihr betreut wird.
Auch unsere Gemeinde „Zu den Heiligen Aposteln“ wurde als eine Tochterkirche von St. Xystus gegründet und darf sich daher rühmen, eine Mutterkirche zu besitzen, die auf eine ehrwürdige, traditionsreiche Geschichte zurückblicken kann.