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Chronik

Kirchliches Leben in der Pfarrei

Die hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiter und ihre Spuren in der Pfarrei

Manuela Derra

Der folgende Beitrag stammt von einer Praktikantin, stellvertretend für weitere Praktikantinnen und Praktikanten, die in der Apostelkirche einen Teil ihrer Ausbildung absolviert haben.

Manuela Derra hat in Eichstätt Religionspädagogik studiert und kam im September 2003 für zehn Monate in die Apostelkirche. Pastoralreferent Rauh dankte ihr in der Juni-Ausgabe der IMPULSE mit den Worten: „Ganz herzlichen Dank unserer Praktikantin, Frau Derra, für Ihr Engagement in unserer Gemeinde. In ihrer offenen und unbefangenen Art, auf Menschen zuzugehen und mit anzupacken, wo es nötig war, war sie … eine echte Bereicherung und Mithilfe.“ Hier ist ihr Artikel:

Es war einmal …
… vor nicht allzu langer Zeit, als eine kleine Praktikantin auszog, das große Feld der Seelsorge zu erlernen. Sie gelangte ins idyllische Büchenbach, wo sie bei den „Heiligen Aposteln“ landete und den rauh(en) Verwalter um eine Lehrstelle bat. Der ohnehin von viel Arbeit und Einsamkeit geplagte Verwalter (sein Mitarbeiterstab schrumpfte zusehends) freute sich über die junge Gesellin.

Obgleich es den Verwalter schon dünkte, dass dies ihn auch fordern würde, durfte die Gesellin schon bald damit beginnen, ihrem Meister zu folgen. Sie begleitete ihn beinahe überall hin, um seine Handgriffe zu beobachten und seine Kunst zu erlernen. Gewiss war es für den Verwalter auch belastend, war er es doch gewohnt, sich nicht erklären zu müssen. Die junge Gesellin aber stellte viele Fragen und wollte alles wissen über die Menschen, denen sie täglich begegneten, über das Handwerk der Liturgie, über die Verwaltungsaufgaben und alles, was sonst noch vorkam im Arbeitsalltag des Meisters. Zwar hatte die Gesellin zuvor die Schule besucht, auf das, was sie erwartete, war sie dennoch nicht vorbereitet gewesen. Die großen weisen Lehrmeister, die sie bis dato in der fernen Feste Eichstätt gehört hatte, konnten viele schöne Worte aufsagen, auf die Arbeit beim Verwalter allerdings war die junge Gesellin dennoch nicht vorbereitet worden.

Nach nicht allzu langer Zeit war es der jungen Gesellin gestattet auszuprobieren, ob sie nicht auch etwas könne. Diese Experimente kosteten sie und ihren Meister viel Kraft und Geduld, auch viele Menschen, die von ihren Versuchen betroffen waren, brachten Geduld auf. Jeder der Heiligen Apostel schien der jungen Gesellin Wohlwollen entgegen zu bringen. Sie freute sich sehr darüber. Besonders über die guten Worte, wenn etwas nicht gelang, wie es sollte.

Mit der Zeit wagte sie immer mehr und probierte sich auch – mit unterschiedlichem Erfolg – in den verschiedenen Bereichen der Arbeit des Meisters. Während sie übte und lernte, erreichte sie die wohl wichtigste aller Erkenntnisse: Weder die großen, weisen Lehrmeister aus der Feste Eichstätt noch die Herren des Verwalters wussten immer, wovon sie sprachen, sie hatten nicht immer recht, auch wenn sie das glaubten. Jeder, der Verwalter und nun auch die Gesellin, sind darauf angewiesen, Feststehendes zu hinterfragen. Fragen sind gut!! – merkte sich die Gesellin und stellte von nun an noch mehr Fragen als zu Beginn ihrer Lehrzeit. Zur Freude des Meisters stellte sie nicht mehr alle Fragen ihm, sondern erst einmal sich selbst. Denn, wenn alle Meister, die sie zuvor gehabt hatte, hinterfragt werden mussten, warum nicht auch dieser?

Viele Tage zogen ins Land, die junge Gesellin zeugte von ihrem Glauben, lernte die Apostel näher kennen – verreiste sogar einmal ein Wochenende mit ihnen – bastelte an den Wänden des Versammlungshauses, sang oder las ihnen hin und wieder etwas vor, immer montags spielte sie etwas mit den Zöglinge der Apostel, und, und, und! Die meiste Zeit war sie mit ihrem Meister unterwegs. Als das Ende ihrer Lehrzeit näher kam, legte sie eine Prüfung ab. Sie bestand ihre Prüfung und ihr Meister freute sich mit ihr.

Die folgenden Wochen waren weniger anstrengend und die junge Gesellin, die viel gelernt hatte von den Aposteln und ihrem Meister, dachte noch einmal über alles, was sie in ihrer Lehrzeit erlebt hatte, nach. Sie fürchtete sich ein wenig davor, die Apostel zu verlassen, hatte sie doch alle so lieb gewonnen: Ihren Meister, seine Hofdame(n), seine vielen fleißigen Berater und die übrigen Apostel.

Dennoch war es klar, dass sie wieder gehen müsse. Sie bedankte sich ganz herzlich bei allen Aposteln. Besonders bei ihrem Meister und seinen Hofdamen.

Und wenn sie nicht gestorben ist, studiert sie noch zwei weitere Semester in Eichstätt.

Manuela Derra“, 23.08.2008